Presse

Hier können Sie Beiträge über uns in der Presse verfolgen

 


Deutschlandfunk: 

Das Feature

 

29.11.2011 · 19:15 Uhr
Die KiezwandlerSO36 folgen dem ökologischen Selbstversorgungsprinzip. (Bild: picture alliance / dpa)Die KiezwandlerSO36 folgen dem ökologischen Selbstversorgungsprinzip. (Bild: picture alliance / dpa)

Zukunft im Selbstversuch

Vom Leben in Transition Towns

Von Ursula Rütten

Mal eben ans Flussufer gehen und Salat, Gemüse und Küchenkräuter aus öffentlichen Rabatten ernten - so weit wie die südenglische Kleinstadt Totnes ist man in Berlin-Kreuzberg noch nicht. 

Auch strohgedeckte Lehmsteinhäuser und andere Niedrigenergiebausysteme haben im urbanen Berlin noch nicht Schule gemacht. 

Aber der Weg zum Ziel einer umwelt- und menschenfreundlich umgestalteten Solidargemeinschaft nach ökologischen Selbstversorgungsprinzipien folgt den gleichen Koordinaten: dem Konzept von Rob Hopkins aus Totnes. 

Dem Gründer der inzwischen internationalen Transition-Town-Bewegung. 

Als erste Initiative in Deutschland proben die KiezwandlerSO36 in Berlin-Kreuzberg seit 2008 den Übergang ins postfossile Zeitalter.

WDR/DLF 2011

 
Feature zum Nachhören als MP 3
 

Thema Leben in der Stadt,  Kiezwandler in SO36
Ein alternativer Stadtentwicklungsplan für Berlin Kreuzberg

Kiezwandler in SO36

von Nikolai Rohmann

Auf dem Kinderbauernhof im Görlitzer Park tummeln sich eigentlich jede Menge Kinder, doch jeden Dienstagabend treffen sich hier die „Kiezwandler“ aus Berlin. Sie gehen an diesen Abenden der Frage nach: Wie können wir - vor unserer Haustür beginnend - die Welt gemeinsam erdölunabhängig, klimafreundlich und lebenswert umgestalten?

"Grüner Dienstag" im Kinderbauernhof
Seit Stunden fällt Regen auf die Straßen von Berlin Kreuzberg. Ein eisiger Wind pfeift durch die weiten Straßen. In der Dunkelheit wartet der Kinderbauernhof im Görlitzer Park auf Menschen, die sich hier am „Grünen Dienstag“ treffen möchten. Der Weg zum Eingang ist von einer großen und tiefen Pfütze versperrt. Über Holzpaletten steigend erreicht man aber doch trockenen Fußes den Eingang. Es ist kurz nach 19 Uhr und die ersten Personen treffen ein. Der große Raum im Kinderbauernhof wird für den Abend umgeräumt. Ein Stuhlkreis entsteht und ein Infostand mit Flyern und Büchern wird aufgebaut. Immer mehr Leute aus den verschiedensten Bezirken Berlins treffen ein und bedienen sich am klimafreundlichen Buffet. Couscous-Salat, Grünkohl zur kalten Jahreszeit, Bio-Pils und Fruchtsäfte.

Weiterlesen: http://www.geozeit.de/?id=417

 


 

Kiezwandlerin in SO 36
Mahalle dönüştürücüleri SO 36

 
Von Lisa Napholcz
Wenn es ums Essen geht, ist Claudia Spiller in ihrem Element. „Das ist ein Winterkohlrabi“, sagt die 41-Jährige und schneidet das Prachtstück
von einem Gemüse in zwei Hälften. Wie immer beginnt das Treffen der Kiezwandler SO 36 mit einem klimafreundlichen Buffet. Kohlrabi klein
schneiden und nebenher ihr Projekt erklären, das ist kein Problem für die studierte Politologin und Historikerin,
die im früheren Leben einmal Köchin werden wollte. „Die Kochlehre habe ich abgebrochen, um mir den Spaß am Kochen zu erhalten“, sagt Spiller mit einem verschmitzten Lächeln. Angefangen hat alles mit einem Weihnachtsgeschenk vor zwei Jahren. Es war das Handbuch „Energiewende“ von Rob Hopkins, die „Bibel“ für alle, die sich langfristig vom Erdöl unabhängig machen, weniger Energie verbrauchen und auf erneuerbare Energien setzen wollen.
 

Weiterlesen auf deutsch oder türkisch: http://www.quartiersmanagement-wrangelkiez.de/fileadmin/user_upload/pdf/2011/03_Mar/Wrangel40.pdf

 

Obstträume in Kreuzberg

 
Im Görlitzer Park in Kreuzberg wurden Ende Mai (Anm. d. Red: Ende März!) Obstbäume gepflanzt. Der am Anfang eigentlich nur spielerisch gefasste Gedanke wurde damit zumindest zum Teil Wirklichkeit. Die Idee der Anwohner war einfach und doch noch nie da gewesen: im Görlitzer Park einen essbaren Dschungeltraum aus Obstbäumen zu schaffen.
 

rbbonline | Archiv

So 04.09.11 18:30

Fernsehbeitrag (hier klicken)

Urban Gardening

Ein eigenes Beet in der Großstadt, ernten direkt am Wegesrand? Inmitten von Autos und Hundekot müssen die urbanen Gärtner zwar manchmal hart im Nehmen sein, schaffen sich und allen anderen jedoch ein kleines Fleckchen Erde, als Ausgleich zur asphaltierten Stadt.

So pflanzt Eckart Müller Kürbisse, Erbsen und Zucchini um die Baumscheiben direkt vor seiner Haustür. Dafür benötigt er nur ab und an Wasser, das er aus den öffentlichen Pumpen beziehen kann. Gemeinsam mit den "Kiezwandlern" gießt der 45Jährige auch die neuen Apfelbäume im Görlitzer Park. Ein Projekt von Nachbarn für Nachbarn, und jeder darf am Ende auch etwas ernten.

Da schwebt gleich ein Hauch von Landidylle in der Luft, bei dem man fast den Trubel der Stadt vergessen könnte.

Auch hinter dem Mauerstreifen in Friedrichshain versteckt sich eine unerwartet grüne Oase: Auf dem Clubgelände des Yaam. Zwei Hobbygärtner, Johannes Riedner und Christoph Schwarz, haben hier auf dem kargen Boden ein kleines Paradies geschaffen. Seit zwei Jahren gedeihen Birnen und Broccoli, Zucchini und Wein prächtig. Aber nicht ohne ein paar ungewöhnliche Tricks.
Schmackhaft soll auch das Gemüse in einem umfunktionierten Schiffscontainer in der Malzfabrik in Tempelhof werden, denn in dem Gewächshaus befindet sich eine ungewöhnliche Kombination aus Gemüseanbau und Karpfenzucht. Das Konzept klingt etwas verrückt, scheint aber zu funktionieren.
So nutzen die Pflanzen das Ammonium, welches die Fische ausscheiden. Dieses wird dann durch spezielle Bakterien in Nitrat verwandelt, was die Pflanzen aufnehmen können. Durch die Aufnahme des Stoffes reinigen die Pflanzen das Wasser, das dann wieder zu den Fischen gepumpt wird. So wird Gartenarbeit schon fast zur Labortätigkeit. Gießen und Düngen fällt völlig weg – dafür aber kommt ein neuer Aufgabenbereich, nämlich das Füttern der Fische und das Prüfen des Wassers, hinzu.
Ruccola und Kohlrabi sind noch in der Testphase. Doch die frischen Salatköpfe und Tomaten können jetzt schon in der Kantine der Malzfabrik verzehrt werden.
Autorin: Julia Vogel

Dieser Text gibt den Sachstand vom 04.09.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.


Selbstversorgung | 06.02.2011 15:00 | Gina Bucher
Bloß nicht zu streng sein!
Städte im Übergang: Die internationale Transition-Town-Bewegung will Kommunen, auch in Deutschland, auf einen Alltag ohne Erdöl vorbereiten – mit kleinen Schritten
Auf dem aufgerollten Stadtplan ist der Kiez rund um die Reichenbergerstraße in Berlin-Kreuzberg mit vielen farbigen Punkten versehen. Die roten, grünen und blauen Punkte stehen für Ideen, wie man die Welt verändern kann – sie reichen von sehr konkreten bis zu sehr utopischen Vorstellungen. Ein blauer Punkt etwa steht für die Idee einer Waschstraße für Fahrräder, ein anderer dafür, den Biomüll der Läden im Kiez zu Humus zu kompostieren.

 

Weiterlesen: http://www.freitag.de/alltag/1105-blo-nicht-zu-streng-sein


 

Deutschlandradio Kultur Wie zukunftsfähig ist Berlin?

Die Kiezwandler im Radio: 09.11.2010 · 13:07 Uhr Über fantasievolle Initiativen, die in der Stadt etwas bewegen wollen Von Jantje Hannover


Oya Magazin im September, Ausgabe 04/ 2010

Transition Towns: Geht es ohne Erdöl?

von Monika Frank erschienen in 04/2010

Die junge Pflanze der Transition-Town-Bewegung schlägt langsam aber sicher auch in Deutschland Wurzeln. Monika Frank, Mitbegründerin einer der ersten Transition-Gruppen in Berlin, erklärt, wie »Städte im Übergang« in die Zukunft weisen.

 

Manchmal wird aus einer kleinen Idee eine weltumspannende Bewegung. Das Konzept der Transition Towns (Energie- und Kulturwendestädte) ist auf dem besten Weg dazu. Was dazu noch notwendig ist, sind viele Sprecherinnen und Sprecher, Praktiker und Visionärinnen in der Bevölkerung und unter den Entscheidungsträgern. Wir alle sind gefordert, den Übergang in ein erdölfreies Zeitalter vorzubereiten.

 

Weiterlesen...


 

Berliner Zeitung, 01. September, Umwelt

 

Warum in die Ferne schweifen

Sie nennen sich Nahesser: Verbraucher, die ausschließlich Produkte aus der Region verzehren

Dirk Riße

Die Kiwis aus Neuseeland haben sie von ihrem Speisezettel längst gestrichen, auch Äpfel aus Südafrika kommen nicht in die Einkaufstüte. Locavores, zu Deutsch Nahesser, ernähren sich von dem, was aus der Region stammt. Nicht weiter als 200 Kilometer zum eigenen Haus dürfen Kartoffeln, Tomaten und Gurken reisen. Diese Beschränkung basiere nicht nur auf der besseren Klimabilanz, sondern auch auf der besseren Qualität der nahen Produkte, sagen die Überzeugten.

Wer ein lupenreiner Nahesser sein will, kommt um Bio-Produkte nicht herum. In Fertigwaren stecken zu viele Bestandteile, deren Herkunft die Kunden kaum überblicken können. Andererseits: Bio allein genügt nicht. Seitdem aus dem ökologischen Landbau ein weltweites Geschäft geworden ist, werden Bio-Produkte in etwa 120 Ländern angebaut, so der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin. Was nützt es aber schon, wenn Lebensmittel ökologisch angebaut werden, aber zum Kunden um die halbe Welt reisen? Ein Apfel, der aus Chile nach Berlin eingeflogen wird, wurde mit der 520-fachen Menge Energie im Vergleich zu einem Apfel vom Bodensee erzeugt, so Nutzpflanzenwissenschaftler Jens Wegner von der Universität Göttingen. Allein in einer Scheibe Brot können bis zu sechs verschiedene Getreidesorten enthalten sein, die eventuell aus Frankreich oder sogar Kanada stammen, sagt Joachim Weckmann, Geschäftsführer der ökologisch produzierenden Firma Märkisches Landbrot.

In Deutschland sind waschechte Nahesser noch selten. In Berlin haben sich die 40 Mitglieder der Initiative In Transition das Nahessen auf die Fahnen geschrieben. Um Fertigwaren machen sie einen Bogen, ebenso um Supermärkte. "Man muss Essen ein Stück weit neu erfinden", sagt Nahesserin Claudia Spiller. Sie ernährt sich bereits seit sieben Jahren ausschließlich von Bio-Produkten. Auf ihrem Speiseplan: saisonale Produkte. Im Winter gibt es keine Tomaten, im Herbst keinen Spargel. Lebensmittel, auf die sie nicht verzichten will, kocht sie ein. "Vor 100 Jahren war das ja noch normal."

Ihr Gemüse bekommt Claudia Spiller vom Ökobauern Simon Junge aus dem Spreewald. 2,5 Hektar Acker und drei Hektar Weideland besitzt Junge, dazu vier Kühe und eine Handvoll Hühner. Der Öko-Bauernhof "Löwengarten" ist überschaubar und produziert doch genug Obst und Gemüse für 60 Familien. Möhren und Kartoffeln wachsen auf dem Pritzener Hof, außerdem Kürbisse, Wurzelgemüse, Zucchini, Tomaten und Salat. Gelernt hat Junge sein Handwerk in einem konventionellen Bauernbetrieb. Doch er hatte schnell die Nase voll von hybriden Rapssorten, die Probleme haben zu reifen, und minderwertigen Möhrensorten, die rasch verderben. "Wir zerstören zuerst den Boden und dann uns selbst", sagt er heute.

Mit einem geschenkten Spaten in der Hand und Ich-AG-Papieren in der Tasche machte sich Junge 2006 daran, ökologische Lebensmittel zu erzeugen. Seitdem will er auch für Brandenburg untypische Gemüsesorten auf dem märkischen Sandboden heimisch machen. Schließlich stammen fast alle heute bei uns gängigen Obstsorten ursprünglich aus Persien und das Getreide aus dem Orient. In dieser Tradition sollen demnächst Melonen, Feigen und sogar ostasiatische Yam und Batate im Spreewald sprießen. Die Chancen, dass das klappen könnte, stehen gar nicht schlecht: Sonnenblumenkerne werden mittlerweile in Franken produziert, in der Freiburger Region gedeiht sogar Soja.

Einmal in der Woche bringt Junge seine Lebensmittel nach Berlin. "Löwengarten"-Mitglieder zahlen einen Monatsbeitrag von zehn Euro, aktive Mitglieder legen außerdem einen Jahresbeitrag von 500 Euro auf den Tisch. Die Kunden sollen aber nicht nur kaufen, sondern auch produzieren. Wer Mitglied im Löwengarten werden will, muss mindestens drei Tage im Jahr auf dem Spreewald-Hof aushelfen.

Zum vollständigen Artikel

 

 


 

Morgenpost vom 05. Juli 2010, Berlin-Teil:

 

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG

INITIATIVE WILL IM GÖRLITZER PARK OBSTBÄUME PFLANZEN

Eine Bürgerinitiative aus dem Kiez SO 36 möchte im Frühjahr oder Herbst 2011 etwa 20 bis 30 Obstbäume im Görlitzer Park anpflanzen, in der Nähe des einstigen Pamukkale-Brunnens. Sie sollen von Anwohnern gepflegt werden. Jedermann soll ernten können. Die Initiative plant außerdem, einen Obstbaum-Lehrpfad anzulegen und einmal im Jahr Anwohner zu einem Lehrgang für den Obstbaumschnitt einzuladen. Das Projekt ist auf einer Ideenwerkstatt des Bezirksamtes zum Görlitzer Park vorgeschlagen und diskutiert worden. Infos unter Tel. 61 65 24 66. saf



Wohnung + Gesundheit 6/10 - Nr. 135

 

Energiewende-Initiativen in Deutschland

Transition-Towns – lokale Schritte für eine Kulturwende

Peak Oil (globales Ölfördermaximum, s. W+G 122, S. 28) und Klimawandel sind zwei große Herausforderungen,

vor denen wir in naher Zukunft stehen werden oder schon stehen. Wie wir damit umgehen und lokale

Lösungen finden können, zeigen die ersten Transition-Town-Initiativen in Deutschland. Die Bezeichnung Transition-

Town kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt ‚Stadt im Übergang‘, Übergang von einer

Gesellschaft, die abhängig ist von fossilen Energieträgern hin zu einer ‚postfossilen Gesellschaft‘. Im Deutschen

wir dafür auch der Begriff Energiewende-Stadt benutzt.

 

Weiter siehe Anhang "Energiewende-Initiativen".
 

 
taz vom 18. September 2009
 
 

Auf die Parkplätze, fertig, los!

Weltweit fanden gestern die Parking Days statt. Die Initiative RepairBerlin besetzte Parkplätze in der Friedrichstraße. Zwischen Mercedes und Modeboutiquen wurde getanzt und gegärtnert.VON DENIZ TAVLI UND SASCHA CHAIMOWICZ

Parking Day in MünchenFoto: dpa

 

Auf der Friedrichstraße fiele Anja Steglich mit ihren engen, dunklen Jeans und den Lederstiefeln nicht auf, würde sie nicht gerade einen Rollrasen auf einem Parkplatz verlegen. Neben einem roten Mercedes SLK und gegenüber der Deutschen Bank hat sie ihren Platz gefunden. Bezahlt hat sie ihn mit einer Handvoll Euromünzen, die sie in den Parkautomaten geschmissen hat. " ,Park' steckt ja schon im Wort ,Parkplatz' drin. Wir wollen kleine Parks in der grauen Betonlandschaft entstehen lassen", sagt Steglich.

Weltweit fanden am Freitag in vielen Metropolen sogenannte Parking-Day-Aktionen wie die von der Initiative RepairBerlin statt. Der Trend stammt aus San Francisco und wurde 2005 von einer Gruppe aus Architekten, Künstlern und Urbanisten initiiert. Die Methode ist einfach: Parkplatz mieten, Rasen ausrollen, darauf tanzen, essen, trinken - eben Spaß haben.

Sechs Projekte wurden von RepairBerlin aus 20 Bewerbern ausgewählt. Sie sollen in einem Wettbewerb gegeneinander antreten. Die Palette der Wettstreiter ist bunt gemischt: Transition Town, eine Energiewende-Initiative, will von den Besuchern wissen, wie die autofreie Stadt aussieht, und lässt sie ihre Vorstellungen auf eine Leinwand malen. Am Parking der Guerilla Gardener vom "Prinzessinnengarten" darf jeder Passant in einem Biogemüsecontainer gärtnern.

Weiterlesen

 


 

 

  • taz vom 20.07.2010

 

Nachdem aus dem Pamukkale-Brunnen im Görlitzer Park nichts wurde,

wollen Anwohner Obstbäume pflanzen, auch zur Selbstversorgung.

VON ANTJE LANG-LENDORFF

Ernten darf, wer drankommt.Foto: AP

Die Sonne knallt vom Himmel, aber unter den Pfirsich-, Kirsch- und Apfelbäumen im Görlitzer Park ist es angenehm kühl. Wer Zeit hat, setzt sich auf eine der schattigen Holzbänke rund um die Stämme. Ab und zu steht einer auf und pflückt sich einen Apfel. Ein Frau spuckt Kirschkerne in hohem Bogen in den Mülleimer. So lässt es sich leben im Sommer in Kreuzberg.

Weiterlesen...


 

Tagesspiegel

21.07.2010 09:56 Uhr   Von Daniela Martens

PAMUKKALE-BRUNNEN

Anwohner wollen Görlitzer Park verschönern

Im Görlitzer Park wollen Anwohner die Ruine des einstigen Pamukkale-Brunnens verschönern - und alte, seltene Obstsorten pflanzen.

Geheimrat Oldenburg ist fein süßsäuerlich. Im Herbst 2011 werden Berliner im Görlitzer Park einfach die Hand ausstrecken, einen Geheimrat pflücken und dann in seine gelbgrüne bis rote Schale beißen können – wenn es nach Claudia Spiller und anderen Anwohnern des Parks geht. Sie wollen dort Apfelsorten und weitere Obstbäume pflanzen und pflegen. „Im Moment ist der Park ja eher eine Steppe“, sagt Claudia Spiller. Nicht nur deshalb hatte die 41-Jährige die Idee, daraus einen Obstgarten zu machen: „Mit alten Sorten wie dem Geheimrat, die sonst nicht mehr angebaut werden.“

Weiterlesen...


Tagesspiegel

20.07.2010 22:57 Uhr    Von Gerd Nowakowski    

VON TAG ZU TAG

Paradiesisch

Gerd Nowakowski findet Obstbäume im Görlitzer Park eine schlaue Idee

Was der alte Herr von Ribbeck zu Ribbeck im Havelland dazu sagen würde, muss hier leider offen bleiben. Bei ihm in Ribbeck ging es freilich auch nur um Birnen. Vermutlich aber hielte er es für eine gute Idee, im Görlitzer Park zu Kreuzberg eine zünftige Streuobstwiese anzulegen, mit alten Apfelsorten, damit die Eingeborenen mal was Gesundes vom Baum pflücken können. Berlin – du nährende Stadt. Das ist doch mal was – und das neben dem seit langem zerbröselnden Pamukkale-Brunnen, der immer nur Versprechen, aber nie Erfüllung war. Statt einer sprudelnden Wasserlandschaft gibt es dafür im Sommer nur wallenden Staub und ansonsten lange Prozesse. Anstelle der aus Steuermitteln finanzierten Millionen für den Brunnenbauer bekommen die Berliner nun wenigstens einen Appel zurück. Wer wollte da meckern. Und gemeckert wird in dem hoffnungslos übernutzten Görlitzer Park schon genug. Was für ein Sinnbild: die Frucht der Liebe, gepflückt direkt vom Baum, und das im aggressiven Berlin. Nicht, dass nun sofort paradiesische Zeiten anbrechen, aber da kann was wachsen. Vergesst den Babyboom in Prenzlauer Berg, jetzt kommt Kreuzberg.

 

 

 

 

AnhangGröße
Energiewende-Initiativen.pdf1.04 MB