TransitionBerlin: die neue Energie in deiner Nachbarschaft

Wir planen und setzen den Übergang zum Solarzeitalter
einfach selbst um - Haus für Haus, Kiez für Kiez und Bezirk für Bezirk!

Die Idee von Transition-Town (zu deutsch: "Stadt im Übergang") ist im Grunde eine Weiterentwicklung des Permakultur-Konzepts. "Permakultur ist das Schaffen von kleinen Paradiesen hier auf der Erde" - so die kompakte Definition des Australiers Bill Mollison, der zusammen mit David Holmgren, als Begründer der Permakultur (von Permanente Agrikultur ) gilt und 1981 den Alternativen Nobelpreis verliehen bekam.

Ein ganzheitlicher Ansatz also, der bei der Gestaltung des eigenen Lebensraumes alle lokalen Gegebenheiten optimal einbezieht und nachhaltig nutzt. Dabei spielt die Selbstversorgung durch eigenen Nahrungsmittelanbau eine herausragende Rolle. Hierbei werden symbiotische Eigenschaften von Pflanzen und Tieren so gut kombiniert, dass ein hochvernetztes, stabiles und sehr ertragreiches lokales Ökosystem entstehen kann. Also das absolute Gegenteil zu unserer aktuellen industriellen Landwirtschaft, die auf Monokultur, Chemie und einen enormen Energieeinsatz setzt.

Louise Rooney und Rob Hopkins transferierten 2004 die Permakulturidee, die ja bisher eher im ländlichen Raum Anwendung fand, in die Stadt. Bei ihren Überlegungen flossen dabei noch zwei weitere gewichtige Aspekte ein: der Klimawandel und Peak Oil (das Erdölförder-maximum).

Die Nutzung fossiler Energieträger, wie Erdöl, Kohle und Gas hat uns einen nie da gewesenen technologischen Schub beschert und ermöglicht einigen Ländern hohe Lebensstandards. Doch gleichzeitig ist der Verbrauch dieser Rohstoffe, ob nun direkt oder indirekt, für die meisten unserer aktuellen sozialökologischen Probleme die Ursache. Neben dem Klimawandel, der in vielen Gebieten der Welt bereits treffender als „Klimakatastrophe“ bezeichnet werden kann, ist das zu Ende gehende Erdöl deshalb das 2. Hauptthema überhaupt.

Denn wir sind Abhängig von Öl - ob es nun die Produktion von Nahrungsmitteln und anderen Gütern ist oder der Transport dieser Dinge um die halbe Welt in das heimische Einkaufs-zentrum, das oftmals auch nur per Auto erreichbar ist - ohne das "schwarze Gold" stehen bald alle Räder still.

Man muss diese beiden existenzbedrohenden Phänomene zusammen denken. Sicherlich könnte man Erdöl auch künstlich herstellen, sicherlich könnte man CO2 unter die Erde pressen, zum Ausgleich Bäume pflanzen oder versuchen sich an die Klimakatastrophe anzupassen. Ein gesunder Menschenverstand ist allerdings immer hilfreicher als die pure Herumdoktorei an Symptomen. 

Mit "Energiewende das Handbuch - Anleitungen für zukunftsfähige Lebensweisen" hat Rob Hopkins 2008 ein Werk herausgebracht, das eine Sammlung von herausragenden Ideen, Erfahrungen, Herangehensweisen, Beispielen und praktischen Werkzeugen darstellt, um gemeinsam mit seinen Nachbarn einen lokalen Plan-B auf den Weg zu bringen - in der eigenen Kleinstadt, im eignen Stadtteil oder im eigenen Kiez.
Denn die Rückbesinnung auf lokale und regionale Wirtschaftskreisläufe wird schon in wenigen Jahren eine entscheidende Rolle spielen, da die Schere zwischen Erdölfördermenge und Nachfrage immer weiter auseinander geht und so der Ölpreis rapide ansteigen wird.

In Berlin gibt es bereits seit dem Spätsommer 2008 eine Gruppe von Menschen die sich in ihrem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg für eine nachhaltige und resiliente Lebensweise und Kiezkultur stark macht. Resilienz bedeutet dabei so viel wie die Widerstandsfähigkeit einer lokalen Gesellschaft gegenüber externen Störungen, so wie z.B. dem Klimawandel bzw. einem möglichen Versorgungsdefizit ausgelöst durch den Erdölmangel.

Man trifft sich wöchentlich, lernt die Nachbarn aus dem eigenen Kiez kennen, entwickelt gemeinsam positive Visionen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, vernetzt sich mit bereits vorhandenen Initiativen, richtet Veranstaltungen aus, startet kleine und große Projekte, isst und feiert zusammen.
So entsteht also ein farbenfrohes Puzzle, zu dem jeder sein Teil beitragen kann. Gemeinschaftlich – wir sitzen alle in einem Boot und darum geht es, denn auch lokale Unternehmer und die lokale Politik sollen miteinbezogen werden - entsteht so ein EnergieWende-AktionsPlan, also ein alternativer Stadtentwicklungsplan "von unten" bei dem der Klimawandel und das Peak Oil-Problem nie aus den Augen verloren gehen.

Weltweit gibt es etwa 300 "offizielle" Transition Towns, darunter sind auch Initiativen in anderen Großstädten wie z.B. in Bristol oder Los Angeles – in den Startlöchern stehen aber bereits viele weitere Initiativen.
Millionenstädte können sich nicht komplett selbst versorgen, sie müssen sich mit dem Umland und der Region arrangieren. Es soll ja auch nicht darum gehen sich komplett abzuschotten, sondern darum, erstmal das zu realisieren was lokal und regional möglich ist, um dann bei Bedarf auf überregionale Ressourcen zurückzugreifen.

 

Und lokal
geht sehr viel...

Eine Wende in der Landwirtschaft

Durch Gartenwirtschaft überall in der Stadt, Verbreitung des Permakultur-Gedankens, das Pflanzen von Obstbäumen und Nutzpflanzen im Bezirk, enger Vernetzung mit den Landwirten im Brandenburger Umland und der Nutzung Nachwachsender Rohstoffe (NaWaRo) als Werkstoffe um langlebige Produkte daraus herzustellen.

Eine Mobilitätswende

Durch gezielten bezirklichen Ausbau von Radwegen, des Öffentlichen Nahverkehrs, von Elektrocar- und Bike-Sharing, eines Solartankstellennetzes, durch den massiven Ausbau der Bahn sowie der Einstellung überflüssiger Verkehrsplanungen und Straßenbauprojekte wie z.B. der A100.

Ökologisches, soziales, ästhetisches Bauen und Wohnen

Nachhaltige und basisdemokratische Stadtplanung, Wärmedämmung für alle Gebäude (auch denkmalgeschützte), Fassadenbegrünung, GemeinschaftsDACHgärten & Spreeufer für alle!

Einen Wandel in der Bildung

Bildung ist die Basis einer gesunden Demokratie, Direkte Demokratie eine notwendige Ergänzung der Parlamente. Sinnvolle Bildungsinhalte, damit unsere Kinder auch die Fertigkeiten erlernen, die in Zukunft wirklich von Nöten sein werden. Wir sind für eine umfangreiche Erwachsenenbildung und für Learning by Doing-Konzepte.

Eine Lokale Kreislaufwirtschaft und die Rohstoffwende

Durch Regionalgeld und lokale Produktion soll die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gestärkt werden. CO2 binden anstatt es frei zu setzen, nämlich in Produkten aus Pflanzenmaterial, dabei geht es um die sogenannte Rohstoffwende, also die Umstellung auf lokale Agrarrohstoffe.

Die Energiewende - Aufbruch ins Solarzeitalter

Durch gezielten Ausbau regenerativer Energien in unserem Bezirk. Von Solaranlagen über kleine Windkraftanlagen auf Dächern, Biogas aus Bioabfällen bis hin zu intensiven Energiesparmaßnahmen ist vieles denkbar und machbar.

 

Wann startest Du zusammen mit Deinen Nachbarn einen Plan-B für euren Kiez?!

Mehr Infos
& Bezugsquelle für das
Energiewende-Handbuch:

zum eMail-Kontaktformular...

Tel: 030-6165 2466

Komm doch einfach zu unseren (regelmäßigen) Veranstaltungen,

z.B. dem Grünen Dienstag im Kinderbauernhof/Görlitzer Park

Kalender: http://transitiontown-friedrichshain-kreuzberg.de/so36/kalender

Web: www.TransitionBerlin.de
Energie- & Kulturwendebewegung in Berlin